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Events. Bücher & unser Salon „besser geht’s immer“.


Hej Du,

Das Jahr beginnt mit einer ungeliebten Aufgabe, die mir bei jedem Gedanken daran schlechte Laune bereitet. Technische Vorbegehungen. Vier Tage. In einer Kleinstadt, drei Stunden von Berlin entfernt. Wie ich an dieses Neubauprojekt einer Genossenschaft gekommen bin? Zufall, ich habe es übernommen, als die Ausführung begonnen hat. Das war vor drei Jahren. In diesem Sommer gebe ich es vollständig ab und zur Vermietung frei.

Nach Stunden, in denen man an Decken starrt, Fliesen abklopft, Fugen prüft, Fenster begutachtet und mit Babyfeucht-Tüchnern Verschmutzungen an den frisch gestrichenen Wänden entfernt - weil es schneller geht, als den Mangel aufzunehmen, ist man irgendwann nur noch lethargisch. Welche Wohnung war das nochmal? 128 oder 129? Wir sind mittleiweile ein gutes Team, der Gutachter vom TÜV, das Team von einem der großen GU´s und ich. Gemeinsam kämpfen wir uns von Wohnung zu Wohnung, schieben die Reinigungskräfte vor uns her. Schimpfen über jedes einzelne Gewerk und Subunternehmer. Der Bodenleger war am Anfang auch besser. Die Schlosserarbeiten waren von Beginn an schlecht. Wie kann man nur so unsauber arbeiten, kein persönlicher Anspruch, keine Ehre. Es geht wie immer um Geld, viel natürlich. Ändern wir das? Nein, das kann man nicht mehr korrigieren, aber es kommt auf die Liste, ich brauche Verhandlungsmasse. 

Ich merkte am ersten Tag, wie sehr ich mich zusammenreißen musste konzentriert zu bleiben, nicht ständig kurze Mails zu schreiben und in Tagträume zu verfallen. Ich habe gelitten. Am zweiten Tag gefiel mir mein Leid. Es ist nicht förderlich zu sehr in seinem Komfort zu bleiben. Ich finde Freude daran, zu spüren und zu sehen wie andere arbeiten. Nach 20 Wohnungen habe ich Verständnis, mit allen Gewerken. Außer dem Schlosser. Abends bin ich in meiner kleinen kitschigen Ferienwohnung - viel Kunststoff und mehr Dekoartikel als nötig - völlig fertig, erschöpft und leer. Nichts mit Lesen. Und irgendwie fühle ich mich schuldig. Für meine Gedanken. Wie „dumm“ man sein kann, dies und das falsch zu machen. Nahezu jede Raumecke wieder zu ruinieren, in dem Staubsauger oder anderen Gerätschaften dran langezogen worden sind. Es dämmert mir, warum „die“ vermutlich abends nichts lesen, sondern vor dem Fernseher hängen. So wie ich an diesen Tagen. Jahre ohne Fernseher - Netflix und Co. ausgeschlossen. Ich bin wie immer schockiert über das, was da läuft. Alle tragen sehr viel Makeup und irgendwie wird der gleiche dünne Inhalt gezeigt wie vor 20 Jahren in meinem Teenagerzimmer. Aus ProSieben wurde ProAcht? Ich bin hypnotisiert und gucke weiter. Es wird mal wieder klar, wie klein die Blase ist, in der ich lebe. Verwöhnt, privilegiert, immer schön im homogenen Kreise bleibend, völlig fern der Realität und es selbstverständlich immer besser wissend. Mein Unverständnis für die Gesellschaft, die falsche Entscheidungen trifft, falsch wählt, falsch handelt, falsch denkt fängt an zu schimmern, wie das Vließ unter fehlendem Putz und Farbe.  

Am Ende des dritten Tages sind wir alle zu Zombies mutiert, kein Streit mehr über Mängel. Hier Mangel, da bunter Punkt. Es wurde gelacht über kreative Fehler gewitzelt und mehr denn je ein Feuchttuch nach dem anderen zum Flecken entfernen benutzt. Ich mochte die vier Tage, weil sie schlimm waren. Ich verkneife mir das Loblied auf den richtigen Arbeiter und das Handwerk, die Handarbeit. Meine Akzeptanz und mein wachsendes Verständnis bleiben - wohl so lange bis ich es wieder vergessen habe.

Es ist wie das Bild damals in der Schule, von der Ente und dem Hasen. Am Anfang sieht man nur eins von beidem, dann das andere und schnell kann man beides sehen. Ich finde die parallel existierenden Wahrheiten oft anstrengend, ein einfaches richtig oder falsch wäre mir persönlich angenehmer. Dann weiß man wie man handeln soll und wir hätten wohl das Konglomerat der Menschen gemachten Probleme nicht. Ist es die Ente oder der Hase? Irgendwie kann man sich damit seine Wahrheit aussuchen. Auch schön. Oder auch nicht. 

Themenwechsel.


Porquerolles, die Insel in Frankreich, auf der sich der Protagonist des Buches Landkrank retten wollte, war schon von Einheimischen besetzt . Der Inhalt: Die ersten Seiten super, dann wieder sehr soziologisch. Wie das vorher geschriebene. Ich fühlte mich wie, als wenn man mir ein Trojanisches Pferd untergeschmuggelt hatte. Unverständlich für mich, die nur die Ente erkennt. Zum Ende hin, war ich allerdings wieder sehr versöhnt. Kann man lesen. Eine Bereicherung.

Der Text geschrieben von Samantha, die Kleinstädte nach wie vor schwierig findet und Feuchttücher privat kategorisch ablehnt.

 

Mathias und Samantha

Wir wünschen allen noch ein wunderbaren Start in das neue Jahr 2025. Erkenntnisse, Wunder und fabelhafte Momente. Wenig Neubau und viel Umbau. 

 

 

 

Gespräch für ganz spontane

18.01.25 19 Uhr
Akademie der Künste

Nachhaltige Architektur im 21. Jahrhundert

https://www.adk.de/de/programm/?we_objectID=67476

Anlässlich der Übergabe ihres Vorlasses an das Baukunstarchiv der Akademie der Künste haben Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch zusammen mit dem Kurator Dirk van den Heuvel (TU Delft) ihre Retrospektive von 2021 „draw love build“ neu gedacht und um eine zentrale Komponente erweitert: Die Ausstellung „draw love build / sauerbruch hutton tracing modernities“ ist das Ergebnis einer Erkundung des Baukunstarchivs.

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin-Tiergarten

Zero Waste Bau- und Kreativmarkt

20.01. und jede Woche

Im Gebraucht-Materialmarkt von Kunst-Stoffe e.V. wird jede und jeder fündig: Das Sortiment umfasst Latten, Stoffe, Eisenwaren, Bleche, Balken, Molton, Farben, Dekorationen, Planen und mehr. Die geretteten Materialien stehen allen Interessierten zur Verfügung. Das Sortiment verändert sich ständig, am besten sich vor Ort inspirieren lassen.


Link zum Kreativmarkt

Buch

Unfuck the Economy
Waldemar Zeiler

Eine neue Wirtschaft und ein besseres Leben für alle — Mit einem Vorwort von Maja Göpel

Link zum Buch

Schon nicht mehr neu, trotzdem empfehlenswert!



Diskussion

Wohnen muss beheizbar bleiben!


28.01.25 - 19-21 Uhr
Rosa Luxemburg Stiftung

Elisabeth Staudt hat in ihrer Bro-schüre die gängigen Mythen in der Debatte um Wärmewende und Heizungsgesetz untersucht und Fakten dagegengestellt: Sanierungen sind finanzierbar, wenn auf Profite verzichtet und staatliches Geld an der richtigen Stelle eingesetzt wird.

Link zur Veranstaltung

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Saal und Livestream
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Safe the Date 
Salon "besser gehts immer"

28.02.2025 - 20Uhr

Private Room: Café Pilz, Neukölln
Räumlich begrenzt auf 12 Teilnehmer

Anmeldung im nächsten Newsletter, diesmal mit Impuls und Programm ;-)

Café Pilz

Weisestr. 58, Berlin - Neukölln

Not Fun facts:

2024 - Das wärmste Jahr seit Aufzeichnungen

- Höchste gemessene Temperatur in Indien 52,3 C

- Europa erwärmt sich schneller als der Rest, falls es für jemanden relevant ist

- Supperreiche haben am 10.01.25 bereits ihr CO2 Budget für das ganze Jahr erreicht 

- Mehr Hitzewellen, mehr Tote, mehr Klimaanlagen, mehr Hitzewellen, mehr Tote, mehr Klimaanlagen u.s.w.

- 310 Mrd. € Schaden durch den Klimawandel weltweit im Jahr 2024

- Schadenssumme Durchschnitt der letzten 30 Jahre: 175 Mrd. €

- Nein, wir sitzen nicht alle im selben Boot

- Mein Lieblingsbild, hängt in der Wohnung
   von: REUTERS/Kristi McCluer TPX IMAGES OF THE DAY

   Bild in groß!

- Immobilen Suchanzeige Nordschweden: Haus im Wald wieder aktiviert


Quellen:

Tagesschau

ZDF Panorama

Tagesschau 2

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